Zwischen Backstein, Butterkuchen und Brackwasser

Ein Spaziergang durch eine Altstadt an der Ostsee.  

In Eckernförde redet keiner groß drüber, wie schön es hier ist. Man weiß es einfach – oder man merkt es beim ersten Bummel durch die Altstadt, wenn die Ostseeluft zwischen den Giebeln hängt und irgendwo jemand die Haustür knarrend aufmacht.

Die Häuser stehen dicht beieinander, als müssten sie sich gegenseitig vor dem Küstenwind schützen. Kopfsteinpflaster, das bei Nieselwetter genauso aussieht, wie man sich einen norddeutschen Nachmittag vorstellt: ein bisschen grau, ein bisschen glänzend – aber ehrlich. Keine geschniegelte Kulisse, sondern ein echtes Stück Stadt, das lebt. Mit Blumenkästen an Fenstern, aus denen manchmal eine Katze guckt. Mit Fahrrädern, die krumm an alten Zäunen lehnen. Und mit Menschen, die sich noch zunicken, wenn sie aneinander vorbeigehen.

Die Altstadt ist klein – man ist in zehn Minuten durch. Oder in einer Stunde, wenn man sich Zeit lässt. Vielleicht bleibt man stehen, weil jemand Krabben puhlt vor der Tür. Oder weil im Schaufenster einer winzigen Buchhandlung ein handgeschriebener Zettel liegt: -Bin beim Kaffee – gleich zurück-.

Und dann ist da natürlich das Wasser. Die Ostsee ist nie weit, aber in der Altstadt ist es der Hafen, der die Stimmung macht. Alte Boote dümpeln, Möwen streiten sich um Fischreste, und irgendwo zieht jemand in Gummistiefeln ein Netz ein. Es riecht nach Salz, nach Tang, und manchmal nach frisch gebackenem Kuchen vom Café um die Ecke.

Eckernförde macht keinen Lärm um sich. Aber wer einmal durch die Altstadt gegangen ist, der hat diesen Ort irgendwie im Kopf. Nicht wie ein Postkartenmotiv, sondern wie ein kleiner, ruhiger Gedanke, der bleibt.

Zukunft in der Sackgasse Am Ende nur noch Hoffnung

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