Der Kangal – Wächter auf Pfoten.
In einigen türkischen Städten, wie hier in Tunceli, trifft man heute auch freilebende oder streunende Kangals – meist Hunde, die aus ländlichen Gebieten stammen oder von Besitzern abgegeben wurden. Diese Tiere leben oft in Gruppen am Stadtrand, auf Industriegeländen oder in Parks. Da Kangals ursprünglich Herdenschutzhunde sind, bleiben sie auch in der Stadt meist wachsam, territorial und eher distanziert gegenüber Fremden.
Viele Gemeinden in der Türkei haben mittlerweile Programme zum Einfangen, Chippen und Impfen von Straßenhunden. Auch Kangals werden dabei registriert, medizinisch versorgt und anschließend häufig wieder an ihren vertrauten Platz zurückgebracht. Das Ziel ist, Krankheiten zu verhindern und die Population kontrolliert zu halten.
In vielen Städten kümmern sich zudem Anwohner oder freiwillige Tierschützer um das Füttern dieser Hunde. Es gibt Futterstellen, Wasserschalen und manchmal sogar kleine Unterstände, die von der Gemeinde oder privat aufgestellt werden. Der Umgang der Menschen ist oft von Mitgefühl geprägt, obwohl man gleichzeitig Respekt vor der Größe und Stärke eines Kangals hat.
Kangals gelten in der Türkei als kulturell wichtige und hochgeschätzte Herdenschutzhunde. Sie werden traditionell zur Bewachung von Schaf- und Ziegenherden eingesetzt und genießen in ländlichen Regionen großen Respekt.
Im Alltag leben viele Kangals eng mit den Herden zusammen, oft draußen in den weitläufigen Landschaften Anatoliens. Der Umgang ist von Zweckmäßigkeit geprägt: Die Hunde sollen selbstständig arbeiten, Gefahren einschätzen und ihre Herde vor Wölfen oder anderen Raubtieren schützen.
Viele Hirten behandeln ihre Kangals mit großer Wertschätzung, weil sie wissen, wie entscheidend ihre Arbeit ist. Gleichzeitig kann der Umgang je nach Region und Besitzer unterschiedlich sein – von sehr fürsorglich bis eher funktional. Traditionell werden sie gut gefüttert, regelmäßig beobachtet und mit typischen Halskrausen ausgestattet, die sie bei Angriffen schützen sollen.| Türkei