Der Teeheizer an der Hauptstraße

Ein lukratives Geschäft in Kabul.

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Es riecht nach Kohlefeuer, aber das ist nur der Brennstoff für einen monströsen Samowar. Die großen Teekessel hat sich ein Kabuler direkt an einer der Hauptverkehrsadern Kabuls, im Stadtteil Shar-e-Naw, an den Straßenrand gebaut. Rings herum pulsiert das Leben, viele kleine Einzelwarenhändler, rege Bautätigkeit und ein reiches Wohnviertel sind das Einzugsgebiet für den findigen Teekocher. Für wenige Afghanis kann man einen halbwegs trinkbaren grünen Tee erstehen. Die Teetassen werden nach dem Genuss in einem schmuddeligen Plastikeimer gespült.

Aziz, so hat er sich vorgestellt, betreibt seine „Teestube“ schon seit zwei Jahren. Behördliche Genehmigung, nein, sowas kennt er nicht, schließich muss er für die Familie Geld verdienen und bisher hat sich auch keine offizielle Stelle bei ihm beschwert. Eine Lebensmittelkontrolle oder Hygiene-Polizei gibt es in der Stadt sowieso nicht.

Die Autoabgase und Abwassergestank im Graben neben der Arbeitsstelle stören ihn nicht, auch nicht der fortwährende Lärm, Hupen, Trucks und knatternde Mopeds. Am Abend, wenn die Geschäfte schließen, werden die Utensilien in das hölzerne Regal gepackt, mehrere Jutesäcke als Abdeckung schützen dann die Teestube. Dann kann Aziz in ein anders Stadtviertel in das Haus seiner Familie zurück und ist vielleicht um ein paar Afghanis reicher.

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